Heute gingen wir wieder zu Fuss in das Dorf von gestern. Ist immer ein Fussmarsch von einer guten Stunde. Inzwischen wir sind an dieser Strecke schon schon als „Bule“ bekannt. Überall lachen uns die Menschen an und sie grüssen und mit einem Lachen. Wenn wir dann noch mit „selamat siang“ (mittags, nachmittags) oder „selamat sore“ (abends) grüssen, dann gibt es oft ein Gekicher. So richtig haben wir die Aussprache offenbar noch nicht drauf.


In diesem Dorf gibt es ein Community-Projekt, das zu Ziel hat das Leben im Dorf zu zeigen. Man kann sich dort für verschieden Events anmelden. Wir gingen Kaffee rösten.
Wir wurden sehr herzlich empfangen. Insgesamt waren schlussendlich wohl rund 8 Personen beteiligt. Zuerst gab es zwei verschiedene Snacks in Bananenblättern eingewickelt und so gekocht. Im einen war ein Stück Banane in einer Tapioka-Masse eingepackt, im anderen brauner Zucker. Hat beides sehr gut geschmeckt.


Vor der Arbeit wurden wir noch traditionell eingekleidet. Da mein Kopf einfach zu gross war, mussten sie für mich extra noch eine neue Kopfbedeckung falten.





Dann ging es ans Rösten. Die geernteten Bohnen werden erst zwei Tage an der Sonne getrocknet. Dann muss man sie über dem Feuer rösten. Der Vorgang dauert rund 20 Minuten und ist ziemlich anstrengend. Zwischendurch muss man mit dem Fächer die losen Hülsen wegblasen, weil die den Kaffee bitter machen – genauso wie schwarze Bohnen.
Dann lässt man die Bohnen abkühlen, liest die schwarzen raus und dann werden sie in ein Loch in einem Baumstamm geschüttet und dort gestampft. Auch diese Arbeit ist nicht zu unterschätzen.
Zum Schluss wird das gemahlene Pulver ausgesiebt.

Dann wir alles gesiebt und das Pulver zum Aufgiessen bereitgestellt. Der Kaffee-Sommelier hat pro Tasse genau 8 Gramm Kaffeepulver abgewogen (es ging um Zehntelgramme). Dann wurde ein bisschen 92-grädiges Wasser zum Pulver gegossen und dann musste man zwei Minuten warten. Anschliessend wurden die Tassen mit kreisförmigen Bewegungen der Kanne gefüllt. Und jetzt muss man warten, bis sich das Kaffeepulver gesetzt hat. Dann endlich kann man das Ergebnis der vielen Arbeit geniessen. Deshalb hat es wohl auch besonders gut geschmeckt.

Zum Schluss gab es noch ein leckeres Essen: Reis, Huhn, Wasserspinat, frittierter Tofu, irgend ein Eiergemüseküchlein und noch eine Art Sauce mit Was-auch-immer-da-drin-war.


Ein sehr cooles Erlebnis. Wir haben viel über das Leben hier erfahren.
Zum ersten Mal seit wir hier sind, hat es dann leicht geregnet. Da es aber warm ist, gingen wir trotzdem zum Fuss nach Hause. Es war allerdings schon 17 Uhr – und danach wird es hier sehr schnell dunkel. War auch ganz spannend, weil in den Dörfern die Leute draussen sassen, in den Reisfeldern Unmengen von Fröschen quakten und etliche Glühwürmchen herumirrten. Untermalt war das Ganze einmal mehr mit den ohrenbetäubend lauten Gesängen der vielen Moscheen. Alle gleichzeitig, alle laut …


Ich geniesse die interessanten anschaulichen Berichte sehr.Chic seht ihr aus!Ich freue mich,dass ihr so viel Erfreuliches erlebt.Häbets guet u ganz liebi Grüess
So ein exzellentes Tässchen Kaffee würde ich gerne mittrinken.
Noch viele so bereichernde Erlebnisse wünschen wir euch auf eurer Reise.
dr&hr