Nach einer etwas feuchten Nacht sind wir heute aus dem Zelt gekrochen.
Kai hat in der Nach noch allles nötige aus dem Anhänger gerettet –
obschon der dann doch besser dichtgehalten hat als erwartet. Auch das
Zelt bliebe glücklicherweise dicht. Nun scheint ab und zu die Sonne –
dann wir es auch gleich sehr warm. Dazwischen ist es etwas bewölkt,
aber alles in allem ein guter Tag zum rumhängen. Das scheinen die
Jungs zu schätzen. Meine Fragen, was wir denn heute tun wollten,
verebbten im Leeren. Jänu – da bleibt mir Zeit zum Bloggen. Und dann
hab ich doch tatsächlich auch ein Buch zu lesen begonnen – das mag ich
ja sonst kaum, da ich eh den ganzen Tag über nichts anderes mache als
lesen…
Auf jeden Fall werden wir den Tag ruhig angehen.
Und ein bisschen die Zeltplatzleute anschauen. Kai und ich haben heut
morgen folgendermassen typisiert: 80% Raucher, 100% Blick-Leser, etwas
ungepflegt… Ist ja jetzt alles ein bisschen übertrieben! Aber es
fällt tatsächlich auf, wie viel hier geraucht und getrunken wird. Und
auf dem Camping ist es ja so, dass man sich etwas lockerer kleidet –
und da die Duschen und Lavabos etwas weiter entfernt sind, nimmt man
es mit der Aufbrezeln sicher auch etwas weniger genau – ist ja auch
nicht nötig; aber Mann kanns ja auch übertreiben.
Die Wohnwagen hier haben alle Vorzelte und vor dem Vorzelt dann noch
einen mobilen Pavillon. Man beansprucht möglichst das ganze gemietet
Terrain. Ausserdem ist man offensichtlich fix installiert hier, kennt
sich, besucht sich… Ist ja auch schön und gemütlich.
Der Camping ist fast voll – etwa so stell ich mir unser
Herbsferien-Domizil im Sommer vor. Aber wahrscheinlich ist es dort
noch etwas krasser. Gestern Abend war der “Dorfplatz” jedenfalls
ziemlich voll.
Wir waren – wie schon kurz gemeldet – in Avenches in einer Pizzeria.
Dort war auch einiges los. Im Moment ist Rockfestival – später kommen
dann die Operntage… Ich weiss nicht so genau, wie fest ich die
BewohnerInnen des wunderschönen Städtchens darüber freuen. Es hat
nämlich wunderschöne Häuser und ich würd gern dort in der Altstadt
wohnen. Aber gestern war dann alles ein bisschen ausgestorben.
Vielleicht sind alle Ureinwohnerinnen für die nächsten Wochen
geflohen.
Nun wird es so warm, dass ich wohl tatsächlich auch in den See steigen
werde – oder zumindest die Füsse ins Wasser halten werde.


