Dienstag, 15.7.08, sechster Tag
Heute hatten wir absolutes Wetterglück: Der Ganze Tag war sehr sonnig und
wir haben zeitweise sogar geschwitzt (im T-Shirt wohlverstanden!).
Am Vormittag haben wir in Svinafell noch etwas Wäsche gewaschen und
getrocknet. Dann sind wir ein bisschen zurück gefahren nach Skaftafell. Dort
waren wir nicht ganz die einzigen – kein Wunder, konnte man von dort aus
doch tolle Wanderungen zum Vatnajökull oder dessen Ausläuferzungen machen.
Unsere erste Wanderung von dort aus führte zu einer Gletscherzunge namens
Skafellsjökull. Zurück beim Parkplatz entschlossen wir uns, noch eine zweite
Wanderung zu machen. Wir suchten noch den Svartifoss auf. Beeindruckend, wie
dieser Wasserfall über die sogenannten Basaltsäulen runterstürzt. Unten
haben wir dann auch noch ein über 100jähriges Haus besichtigen können, das
Dach mit Erde und Gras bedeckt. Die Schlafzimmer sind direkt über dem Stall
gelegen.
Wir nahmen dann ein Autostopper-Paar mit – sie stammen aus Frankreich,
schreiben Berichte für ein Adventure-Reise-Magazin. Die beiden haben uns
dann empfohlen unterwegs noch einen Gletschersee, den Jökulsárlón, zu
besuchen. Der See ist mit dem Meer verbunden, so dass Seehunde hinein
schwimmen können. Wir haben zwar die Eisberge gesehen, von Seehunden leider
einen einzigen Kopf weit draussen. Dafür mussten wir uns stramm gegen den
Wind stemmen.
Heute Abend kamen wir dann in Höfn an. Dass ist ein recht grosser Ort, der
auf einer Zunge ins Meer hinaus gebaut ist. Die Jungs und ich wurden direkt
im Schwimmbad ausgeladen – das gehört für Kai einfach dazu. Ausserdem kam er
heute morgen ohne grosse zu meckern auf die Wanderungen – da war
Entgegenkommen angesagt.
Während ich mich vor allem im Hot Pot aufhielt und dort mit Deutschen
getratscht habe, waren die Kinder tatsächlich auch im Schwimmbecken, wo es
zwar geheizt war, aber doch für meine Bedürfnisse etwas kühl. Plötzlich
wurde im kleine Schwimmbassin noch eine Bahn abgetrennt – eine
Schwimmtrainerin in Daunenjacke und mit Handschuhen hat dort auf der
(wahrscheinlich nicht mal ganz 20 m langen) Bahn zwei ältere Mädchen
traniniert.
Zu Fuss gingen wir zum Campingplatz, wo Therese mittlerweile parkiert, uns
eingeschrieben und gekocht hat.
Nun sitze ich vorne auf dem Beifahrersitz und tippe, während hinten Kai,
Nino und Therese Karten schreiben.
Etwas Sorgen macht mir der starke Wind – er rüttelt immer noch kräftig an
unserem Wohnmobil. Aber neben uns stehen auch andere Wagen – wahrscheinlich
besetzt von Leuten, die mehr Campingerfahrung haben als wir.
Morgen erfahrt ihr hier mehr!
Góđan nótt

Glücklicherweise sehe ich ab und zu blauen Himmel auf euren Fotos. Ich wünsche euch noch mehr solche Tage. Für Höfn ist ja für morgen Donnerstag 14 Grad und eine Wolke mit Sonne vorausgesagt. Da kann nichts schief gehen. Weiterhin alle Gute auf eurer Reise!
Hansruedi