Wir sind zwar noch nicht direkt am Amazonas – aber im Einzugsgebiet. Und wir haben eine zweitägige Tour gebucht.
Gestern Morgen wurden wir beim Hotel abgeholt und an den Fluss gebracht. Dann gings flussabwärts. In diese Fluss leben rosarote Delphine. Sie sind vor langer Zeit vom Meer eingewandert und konnten dann nicht mehr zurück. Ihre Rückenflosse hat sich zurückgebildet, sodass sie nicht mehr so hoch springen können, sondern nur noch auftauchen. Deshalb haben wir davon auch keine Fotos – die waren immer zu schnell. Aber es waren ein paar ziemlich grosse Exemplare darunter.
Wir haben Kaimane gesehen, Capybaras (Wasserschweine, als eigentlich eine Mischung zwischen Biber und Meerschwein), Affen und eine Unmenge von Vögeln.
Mittags assen wir bei Esther, die uns mit lokaler, sehr gut schmeckender Kost verwöhnt hat. Wir haben dreimal dort gegessen und es war immer sehr lecker.
Nachmittags fuhren wir dann weiter bis zur Mündung in den nächstgrösseren Fluss. Dort war es dann schon fast wüstenartig.
Nach dem Nachtessen machten wir einen Waldspaziergang im Dunkeln. Leider haben wir nicht besonders viele Tiere gesehen. Dafür wurden wir die ganze Zeit vom jüngsten Kätzchen begleitet.
Übernachtet haben wir in einem Zelt in einen noch nicht fertig gebauten Unterstand. Wir waren schon gegen halb neun im Bett und zumindest ich schlief augenblicklich ein.
Geweckt wurden wir nicht etwa von Urwaldtieren, sondern von Esthers Hähnen. Gut, die Affen schrieen dann auch noch ein wenig rum.
Heut Vormittag hat uns Saul, der Landwirt, seine Plantage gezeigt. Für unsere Verhältnisse ziemlich chaotisch die ganze Landwirtschaft da. Aber eigentlich machen diese Mischkulturen durchaus Sinn und sind sicher besser als die Monokulturen. Ich habe bloss gestaunt, wie gut Saul trotzdem über alle Pflanzen Bescheid wusste, was er wo hat und wann reif ist.
Saul pflanzt auch Kakao an. Wir hatten zum Frühstück ein Kakaogetränk mit Zimt und Nelken – könnte man als Kaffeeersatz durchaus akzeptieren.
Saul hat fast bei jeder Pflanze aufgezählt, das man damit kurieren kann: von Schwerhörigkeit über Herzprobleme bis Krebs. Für bzw. gegen alles muss man nur einen Tee oder einen Sud einer Pflanze machen, ein Glas davon trinken, dann ist alles wieder gut.
Auf dem heutigen Rundgang durch den Wald hat uns ein Riesenschwein begleitet. Das war Sabines Highlight – jedenfalls, wenn man anschaut, wie oft es auf ihren Fotos uns Videos vorkommt.
Nun sind wir zurück in Trinidad im Hotel – froh um die Dusche, da wir im Regenwald nicht duschen konnten und ziemlich verdreckt und schmutzig zurückgekommen sind.
Nun müssen wir schauen, wie wir nach Santa Cruz kommen. Es gibt „Bloqueos“ im ganzen Land. Sie machen Strassenblockaden wegen den hohen Diesel- und Benzinpreisen. Nun müssen wir schauen, ob ein Bus fährt, wir mit mehreren Bussen fahren müssen oder doch fliegen. Spätestens Montag sollten wir in Santa Cruz sein – dann geht unser Flieger nach Hause.

























So interessant.Wenn ich jüngerwäre,gluschtete mich Bolivien sofort.Danke vielmals lieber Hans Peter,dass ich eure Reise so miterleben kann. die Bilder sind schön.Für weiterhin alles Gute und viele herzliche Grüsse.Hier ist alles gut.