Heute sind wir also um Mitternacht aufgebrochen und erst mal zwei Stunden gefahren. Ja näher wir den Ausgangspunkt kamen, desto klarer wurde: Wir werden nicht allein sein. Der Andrang war wohl noch grösser als gestern beim Bromo.
Unsere Führerin Fika gab uns Gasmasken (echt!) und eine Skibrille sowie eine Stirnlampe. Dann ging es los,

Der erste Hammer: Standen da doch Anhänger mit Polstern für diejenigen, die sich hochziehen lassen wollten. Ich finde das etwas vom dekadentesten und herablassendsten. Zwei Männer. Einer schiebt, einer zieht – beide schweissgebadet, denn der Weg war sehr steil. Und im Karren Menschen mit Geld, die sich lieber hochschieben und -ziehen lassen, damit sie weiter auf dem Handy chatten können.

Fika hat wohl nicht mit der Fitness von Schweizer:innen gerechnet oder bisher nur Chines:innen geführt – jedenfalls konnte sie kaum mithalten, wir mussten immer wieder auf sie warten und Pausen einlegen 😉 Führer:in hätten wir eh keine gebraucht: Es waren so viele Leute unterwegs, der Weg so breit, dass man den Weg nicht verfehlen konnte.

Als wir nach rund 2 h oben waren, ging es steil in den Krater hinunter. Das war ziemlich heftig. Einerseits waren es viel zu viele Leute. Die einen gingen runter, die anderen wieder hoch – alles auf einem sehr schmalen, steinigen und rutschigen Weg. Das wäre ja noch gegangen. Aber es gab einerseits sehr viele, sehr rücksichtslose Drängler (in beiden Richtungen) und andererseits viele Leute, die schlicht nicht bergtauglich waren – mal abgesehen von den Flipflops. Es war gefährlich und nervenaufreibend. Ausserdem waren da noch die Miners, die riesige Schwefelsteine in Tragekörben nach oben schafften und wieder runter rannten – genau dann, wenn schon die Tourist:innen den Weg füllen und versperren … schon zwei Stunden später war der Weg schon fast frei und es waren keine Miners mehr unterwegs.



Unten angekommen (also fast am See, den ich da aber gar nicht wahrnahm) sahen wir dann die berühmten blauen Flammen. Aber ja: Der Abstieg, das Gedränge, die hetzenden Leute, die schreienden Führer:innen und Tourist:innen, nur um diese Flämmchen zu sehen – ich weiss nicht.
Die Gasmasken haben wir zwar angezogen – aber eigentlich hat es gestern beim Bromo mehr gestunken und wir haben sie schnell wieder ausgezogen.

Wir sind dann jedenfalls doch irgendwann wieder am Kraterrand angekommen und sind Richtung Sonnenaufgang gewandert. Das war sehr schön. Nun konnte man – weil es eben inzwischen hell war – auch den ganzen Krater, den sehr sauren See (wenn man da reinfällt, kommt man nicht mehr lebend raus, man wird grad verätzt), die Austrittsstelle des Schwefels und die Kraterwände sehen. Sehr schön war das.





Fika versteht den Führer:innen-Job vor allem darin, dass sie instagrammable Fotos von den Geführten macht. Leider waren wir beide nicht besonders daran interessiert, an jedem Foto-Spot mehrmals die Pose zu ändern … etwas enttäuschend. Die meisten anderen Menschen hatten da kein Problem. Ich hatte fast den Eindruck, dass es nicht um ein Bild vom Ijen ging, sondern um selbst möglichst hipp auf dem Foto zu sein.


Auch auf dem Rückweg boten sie überall „Lamborhini-Taxi“ an. Da die Karren Bremsen haben, braucht es da nur noch eine Person. Ganz hoch schieben (eben von zwei Männer) kostet eine Million Rupiah, runter (je nachdem, wo man einsteigt) zwischen 400 und 200 Tausend. Und dann sitzen die Passagiere drin, drücken auf ihren Handys rum oder pennen.




Inzwischen sind wir im sehr noblen Bambushotel angekommen – ein einem Haus, das für uns eigentlich viel zu gross ist. Aber da gibt es dann einen separaten Bericht.


Danke vielmals,so abenteuerlich und interessant was ihr erlebt!sPasst auch immer gut auf euch auf!Viele liebe Grüsse Mueti