Mittwoch, 23.7.08, vierzehnter Tag
Was ich gestern noch vergessen habe: die Aussicht auf das Tal, etwas
unterhalb des Campingplatzes. Wie überall in Island verpacken die Bauern
hier ihr Gras in weisses Plastik ein. Zumindest überall dort, wo überhaupt
Gras gemäht werden kann. Diese Grasflächen sehen nach dem Mähen aus wie
Golfrasen. Die Wiesen, die zum Mähen genutzt und nicht nur von Schafen
geweidet werden, sind kräftig grün. Man fragt sich, wie viel Dünger da
gestreut wird.
Heute fuhren wir nach dem Frühstück zum Torfmuseum (wirklich Torf und nicht
Dorf). Dort waren viele miteinander verbundene Torfgebäude zu sehen. Einige
der Räume waren mit Holz ausgekleidet, die andern hatten Torfwände und Böden
aus gestampfter Erde. Auch die Dächer waren aus Torfziegeln.
Über Mittag machten wir einen Spaziergang der Küste entlang. Wir fanden
viele Muscheln, Schwemmhölzer, Steine… und auch eine ganze Menge
Tierkadaver: Teile von Möwen, Fischköpfe und sogar einen verwesten Delfin.
Anschliessend fuhren wir eine fürchterliche Holperpiste und erreichten einen
mehr oder weniger natürlichen Hot Pot unter freiem Himmel. Am Strand waren
zwei Weiher mit Bänken aus Natursteinen, die aus natürlichen Quellen
gespiesen wurden. Das Wasser war angenehm war, die Steine jedoch ziemlich
veralgt. Dennoch ein gutes Gefühl in diesen Weihern zu baden.
Heute Abend sind wir in Hvammstangi gelandet. Der Zeltplatz befinde sich
etwas oberhalb des Dorfes. Und natürlich hat es hier ein Sundlaug – nach dem
Nachtessen ging ich mit den Jungs einmal mehr baden – bereits zum zweiten
Mal an diesem Tag.. Heute bin ich einen Kilometer geschwommen, ist es doch
im Wasser wesentlich wärmer als an der Luft. Und wer dann doch kalt bekommt
im grossen Pool, der kann sich im heissen Hot Pot wieder aufwärmen
Hier an der Küste soll es Seehunde geben. Ob wir morgen wohl welche sehen
werden?
Góđan nótt

Ja, das tönt ja weiterhin spannend. In Gedanken mache ich die Reise mit. Und Therese: Nicht verzweifeln, die Erinnerungen zu Hause in der Schweiz sind dann bestimmt viel sonniger als es in Wirklichkeit war! Und im Übrigen ist ja auf vielen Bildern blauer Himmel zu sehen.
Weiterhin gute Reise.
Hansruedi